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Wie viel Elektronik braucht das E-Bike?

Meinung: Wie viel Elektronik braucht das E-Bike Zu elektrisch?

Elektronische Reifendrucksensoren und ABS – am E-Bike kommen immer mehr elektronische Features zum Einsatz, um die Sicherheit und den Komfort zu verbessern. Jede einzelne Neuerung hat fraglos ihren Nutzen. In der Summe stellt sich aber die Frage: Wie viele elektronischen Features braucht das E-Bike?

Die wichtigsten Neuerung bei E-Bikes waren zuletzt nicht noch stärkere Motoren oder neue Akkus. Die News der Saison sind das ABS von Bosch, und gleich mehrere Anbieter haben einen elektronischen Reifendrucksensor vorgestellt. Seit längerem schon liegt der Fokus der Entwickler nicht auf den Antrieben selbst, sondern auf Zusatzfunktionen am E-Bike. Zum Beispiel Radar, der vor herannahendem Verkehr von hinten warnt, elektronisch gesteuertes Fahrwerk, die Integration von Smartphones und Apps, die individuelle Anpassung der Motorunterstützung, elektronische Wegfahrsperren, und über allem das große Wort: Konnektivität. Fragt man Entwickler nach den nächsten großen Neuerungen am E-Bike, sprechen sie von der Einbindung des E-Bikes ins Internet der Dinge. Dann kommuniziert das E-Bike ständig mit allen anderen Fahrzeugen und Objekten in der Umgebung, kann zum Beispiel andere Verkehrsteilnehmer warnen, wann das E-Bike sich im Toten Winkel zum Beispiel eines LKW oder unübersichtlichen SUV bewegt.

Die neuen Features bringen Sicherheit und Komfort

Jede einzelne dieser Entwicklungen bedeutet: Das E-Bike wird immer sicherer und komfortabler. Das ist eine sehr gute Nachricht. Denn Sicherheit und Komfort sind entscheidende Kriterien, damit sich E-Bikes weiter so erfolgreich entwicklen und für noch mehr Menschen interessanter werden. Klar ist aber auch: Immer mehr Technik am E-Bike hat ihren Preis. Im Wortsinne. Für die aktuell angesagten Touren- oder SUV-Bikes, die mit möglichst allen aktuell erhältlichen Features auf die Straße rollen, sind Preisschilder um über 5000 Euro selbstverständlich. Das schreckt manchen Kunden zwangsläufig ab. Aber auch auf Interessenten mit ausreichend gefülltem Geldbeutel kann diese Summe an Elektronik und Features am E-Bike abschreckend wirken. Denn je mehr Funktionen, um so mehr Bedienelemente und Anzeigen auf dem Display können schon mal vom Eigentlichen ablenken: Vom Radfahren. Viele Menschen wollen keinen technisch hochgezüchteten E-Boliden, sondern ein simples, einfach zu handhabendes Fahrrad mit etwas Unterstützung von einem Elektro-Motors.

Natürlich arbeiten Entwickler und Marketing der Bike-Marken nach dem Motto: Entdecke die Möglichkeiten. Also wird, was technisch möglich ist und sinnvoll erscheint auch umgesetzt. Das damit einhergehende Problem der Überforderung des Nutzers ist in anderen Branchen wie der Unterhaltungselektronik oder auch der Automobilbranche längst erkannt. Es ist übrigens ein interessanter Nebenaspekt, dass genau jetzt, wo das E-Bike mit immer mehr Zusatzfunktionen aufgerüstet wird, immer mehr Automobilkonzerne mit Nachdruck ins E-Bike-Segement stoßen.

Man kann nur hoffen, dass die Entwickler in den nächsten Jahren neben den vielen fraglos sinnvollen neuen Funktionen nie die Bedienerfreundlichkeit aus dem Blick verlieren. Die Erfahrung aus anderen Bereichen zeigt: Systeme, die unauffällig im Hintergrund ihren Dienst tun sind immer die besten und hilfreichsten. Problematisch und für manche überfordernd wird es, je mehr Einstellungen und Optionen der Nutzer selbst bedienen kann – oder muss. Außerdem sollte die Branche immer im Blick haben: Nicht jeder kann oder will das vielfache eines Monatseinkommens in ein E-Bike investieren, und nicht jeder kann oder will alles, was technisch möglich ist, in seinem Bike-Alltag nutzen.

Es gibt immer mehr unkomplizierte E-Bikes

Die gute Nachricht: Auch für diese Kunden gibt es längst die passenden Bikes, und zwar in einem stark wachsendem Segment. Denn neben den bekannten und bewährten E-Bikes mit starken Motoren, reichweitenstarken Akkus und eben mit immer mehr elektronischen Features wächst das Segment von smarten E-Bikes mit einem komplett anderen Ansatz: Kleinere Motoren und leichtere Akkus, weniger Gimmiks, dafür Gewichte deutlich unter 20 Kilo, und Kaufpreise teils unter 2000 Euro. Immer mehr E-Bike-Interessenten entscheiden sich für so ein handliches Fahrrad für den Alltag, fürs Pendeln zur Arbeit, für entspannte Touren. Und vermutlich ist es kein Zufall, dass sich diese "Back to Basics"-Bikes sich gerade jetzt so stark entwickeln. Diese wachsende Vielfalt macht das E-Bike insgesamt noch stärker und noch interessanter. Allerdings wird es noch wichtiger, genau zu entscheiden, welche Art von E-Bike zu den ganz persönlichen Anforderungen passt, und welche technischen Features einen im ganz persönlichen E-Bike-Alltag weiterbringen – und welche eher nicht.

Alles über diese neue Kategorie von E-Bikes mit downgesizten Antrieben haben wir hier zusammengefasst.

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