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E-Bike-Bremsen: Das musst du wissen

Die perfekte Bremseneinstellung und Tuning-Tipps Richtig bremsen

Die Bremse zählt zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen am E-Bike. Sie entscheidet darüber, ob wir gut und sicher am Ziel ankommen. Das heißt: Eine Bremse am E-Bike muss funktionieren, perfekt eingestellt und gewartet sein. Dominik Voss von Magura kennt sich (nicht nur) mit hydraulischen Scheibenbremsen exzellent aus. Hier verrät er die besten Tipp und Tricks, zu Setup, Troubleshooting und erklärt, wie man nervige Bremsgeräusche auch wieder los wird.

Bremsen optimal einstellen, einfahren – das klingt auf den ersten Blick nicht wirklich einfach und es mag den einen oder anderen vielleicht auch abschrecken. Aber keine Angst: auch ohne technisches Vorwissen kann man mit wenigen Handgriffen die Bremsperformance schon positiv beeinflussen. Dominik Voss von Magura erklärt im KARL-Podcast genau die Dinge, auf die es ankommt.

Los geht es mit den Basics, der Einstellung der Bremse. Hier kommt es vor allem auf drei Punkte an.

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Die richtige Einstellung des Bremshebels

Das Thema Komfort spielt beim Radfahren eine sehr große Rolle. Jeder stellt sich seinen Sattel auf die eigenen Bedürfnisse ein, manche passen noch den Vorbauwinkel an. Aber auch bei der Bremse gibt es Stellschrauben, die zu mehr Komfort und mehr Sicherheit führen. "Im Grunde geht es um drei Einstellungen. Die Bremsneigung, die Fingerposition und die Griffweite", erklärt Dominik Voss.

Die ideale Neigung des Bremshebels erreicht man, wenn auf dem Fahrrad sitzend Unterarm und die auf dem Bremsgriff liegende Hand eine Linie bilden. So sollten Taubheitsgefühl und Fingerkribbeln der Vergangenheit angehören.

Als zweiten Punkt sollte man sich die Griffweite, die Entfernung vom Bremshebel zum Lenker anschauen. Hier spielt die Handgröße die entscheidende Rolle. "Habe ich eine größere Hand, sollte der Abstand größer sein, habe ich eine kleine Hand, sollte der Abstand geringer sein. Im ersten Schritt ist das persönliche Gefühl entscheidend, um den perfekten Abstand zu ermitteln. Zusammen mit dem Münchener Ergonomie-Spezialisten SQLab haben wir aber auch eine Handschablone entwickelt, mit der man den idealen Abstand ermitteln kann", erklärt Dominik Voss.

Einen weiteren Einfluss auf Komfort, aber auch auf Bremsperformance hat die Anzahl der Finger am Hebel. Dies hängt im entscheidenden Maße davon ab, wie lang der Bremshebel ist. Fahrer im City- und Trekkingbereich fühlen sich am wohlsten, wenn zwei Finger auf dem Bremsgriff ruhen.

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Bremse einbremsen und freibremsen

Bevor man sich mit einem neuen Fahrrad in eine halsbrecherische Abfahrt stürzt und diese mit einer krachenden Vollbremsung auf null abschließt, sollte man die Bremse einbremsen. Macht man dies nicht, besteht die Gefahr, dass man sich die neue Bremse, also die Bremsscheibe und die Bremsbeläge, direkt ruiniert. Einbremsen? Was soll das aber genau sein? "Bevor man in den normalen Einsatz geht, sollte man in der Ebene, zum Beispiel auf einem Parkplatz, 30 Bremsungen aus einer Geschwindigkeit von 30 km/h durchführen. Es reichen dosierte Bremsungen bis zum Stillstand", sagt Dominik Voss. Bei diesem Einbremsprozess geht es vereinfacht gesagt darum, dass sich Bremsscheibe und Bremsbelag, die beiden Reibpartner, sich aufeinander abstimmen.

Neben dem Begriff einbremsen gibt es auch noch das Wort freibremsen. Gerade im Stop-and-Go-Betrieb in der Stadt wird dieser Vorgang relevant. Verschmutzungen können sich auf dem Bremsbelag und der Bremsscheibe ablagern, was zu einer verminderten Bremsleistung führen kann. "Mit reinen Stop-and-Go-Bremsungen bekomme ich den Schmutz nicht von Scheibe und Belag", sagt Dominik Voss. Hier hilft es dann häufig noch mal den oben beschriebenen Einbremsvorgang durchzuführen.

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Wie bremse ich eigentlich richtig?

"Wenn ich nur die Vorderradbremse ziehe, dann überschlage ich mich. Was für ein Bild. Wie aus einem Film", schmunzelt Dominik Voss. "Es gehört verdammt viel dazu, dass sich ein Fahrrad überschlagt", fügt er an. Für einen optimalen Bremsvorgang empfiehlt es sich Vorderrad- und Hinterradbremse im Verhältnis 50 zu 50, in manchen Situationen sogar 70 (vorne) zu 30 (hinten) zu betätigen.

Was macht man aber, wenn das Gefühl an der Bremse nicht den Erwartungen entspricht? Sei es beim Druckpunkt oder aber auch bei der Bremswirkung?

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Schwammiger Druckpunkt

Wenn der Druckpunkt bei einer hydraulischen Bremse sich schwammig anfühlt, liegt der ursächliche Fehler meist auch beim hydraulischen System. "Oftmals ist es dann einfach so, dass Luft ins System gelangt ist", erklärt Dominik Voss.

Das hydraulische System funktioniert simpel erklärt so, dass die Ölflüssigkeit die Bremskraft, die man über den Geber (Bremshebel) eingibt, nach unten weiterleitet. Befindet sich Luft im System, wir diese Luft komprimiert und das schwammige Bremsgefühl entsteht.

Die Lösung: entlüften. Für den Händler ist das eine Sache von 20 bis 30 Minuten, aber keine große Sache. Mit Hilfe von DIY-Videos ist dieser Entlüftungsvorgang auch für einen selbst möglich. Ganz einfach ist es allerdings nicht. "Man sollte sich vor allem beim ersten Mal ein wenig Zeit nehmen", sagt Dominik Voss.

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Bremswirkung nicht optimal

Neben dem schwammigen Druckpunkt gibt es noch ein weiteres Phänomen: Druckpunkt gut, Bremswirkung schlecht. "Hier kann es sein, dass das Bremssystem verschmutzt ist. Dann hilft ein handelsüblicher Bremsenreiniger. Bitte auf keinen Fall den Fahrradreiniger nutzen", sagt Dominik Voss. Es lohnt sich außerdem den Bremsbelag in Augenschein zu nehmen. Sieht dieser glasig aus, ist das meist ein deuliches Anzeichen dafür, dass der Einbremsvorgang nicht perfekt war. Dann müsste der Belag getauscht werden. Eine sehr einfache Aufgabe.

Wenn die Bremswirkung immer noch zu schwach ist, dann sollte man überlegen, ob man eine größere Bremsscheibe montiert. Das pusht die Bremsleistung um 10 bis 20 Prozent. Gutes Tuning für kleines Geld. Mehr als 50 Euro muss man nicht investieren, um mehr Bremsperformance zu bekommen.

Zum Abschluss gibt Dominik Voss noch hilfreiche Tipps zu einem echten Nervthema: die Bremse quietscht. Was kann man machen?

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Bremse macht Geräusche: Was kann ich tun?

Klarer Fall: eine quietschende Bremse hat absolutes Nervpotenzial. Doch woran liegt es? "Kein ganz so einfaches Thema", sagt Dominik Voss und ergänzt: "Es gibt leider nicht das eine Silence-Spray, das man auf die Bremse sprüht und dann Ruhe ist."

Bei dem Fahrrad insgesamt haben wir es mit einem Gesamtsystem zu tun, bei dem überall Schwingungen entstehen können. Und das Geräusch am Ende bei der Bremse entsteht, ohne dass die Bremse dafür auch verantwortlich ist.

Wenn die Hinterradachse nicht perfekt angezogen ist, kann dies Schwingungen erzeugen, die Bremsscheibe läuft nicht mehr perfekt, ein Geräusch entsteht. Daher lohnt es sich alle Schrauben noch mal zu checken, ob diese so richtig angezogen sind. Auch ein Blick auf den Wartungszustand der Komponenten lohnt sich.

Keine Frage: Auch eine verschmutzte oder nicht richtig eingebremste Bremse kann Geräusche verursachen. Es kann aber auch sein, dass das Bremsensetup überfordert, zum Beispiel verzogen ist. Die Gründe hierfür sind vielschichtig.

Die ausführlichen Hintergründe und Tipps erfahrt ihr von Dominik Voss, Bremsenexperte bei Magura, in der Podcast-Folge oben. Wer mehr über die Bedeutung der E-Bike-Bremse und Hintergründe zum Unternehmen Magura erfahren möchte, sollte in diese Podcast-Folge reinhören:

Tipps zum Umgang mit der Bremse sowie eine Vielzahl an How-To-Videos zu den verschiedensten Bremsenmodellen von Magura findest du auf der Magura-Webseite im Tech-Center.

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