Cyclist Fatalities On The Rise In New York City Getty Images North America

Wie sicher fühlst du dich auf dem Fahrrad?

Sicherheit im Straßenverkehr Es geht um uns alle

Unfälle sind dramatisch. Immer. Egal wer beteiligt ist und mit welchem Fahrzeug sie passieren. Richtig schlimm sind sie aber immer dann, sobald eine Person involviert ist, die wir gut kennen, die wir schätzen. Und für uns Radfahrer bleiben die Unglückssituationen im Kopf, in denen wir selbst betroffen waren oder es einen von uns traf.

Vor zehn Jahren erlebte ein Kollege von mir auf dem Rennrad den einschneidendsten Tag seines Lebens. Es geht ihm heute, mehr als 3500 Tage nach dem Crash wieder gut, auch wenn er die Folgen noch jeden Tag spürt. Über den Unfall spricht er selten, schreiben möchte er über ihn nicht. Im Rahmen der Recherchen für unsere Sicherheitskampagne haben wir noch mal über die Sekunden gesprochen, die keiner von uns erleben möchte. Nicht auf dem Fahrrad. Aber auch nicht im Auto. Die Geschichte ist echt. Auch in ihrer drastischen Ausprägung. Das Protokoll hingegen habe ich aufgeschrieben.  

"Überall Blut. Eine rote Lache vor mir, so rund wie der Kreisverkehr, durch den ich fahren wollte. Durch den ich gefahren bin. Zum Teil. Bis mich ein Autofahrer von hinten abräumt. Ich fliege über die Motorhaube, knalle mit dem Gesicht auf die Straße. Mein Rennrad nimmt die andere Richtung. Unters Auto. Zwei Teile. Totalschaden. Auch bei mir. Inmitten des Blutes entdecke ich Zähne. Meine Zähne. Mit der Zunge ertaste ich ein Trümmerfeld im Mund. Benommen. Betroffen. Beschädigt. Material, Körper und Seele. Das Fahrrad kann niemand mehr richten. Geschenkt. Der Helm hat mein Leben gerettet. Um den Rest kümmert sich die Gesichtschirurgie."

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Puh! Harter Stoff. Einmal durchatmen. So ging es mir auch, als ich die Horrorgeschichte noch mal gehört habe. Mich nimmt so etwas mit. Jedes Mal wieder. Auch die Tage, Monate und Jahre danach sind nicht einfach. Versicherungen, Anwälte, Gerichte – alle wollen die Geschichte hören, alle haben eine Meinung. Und stellen die Schuldfrage. Auch wenn sich diese nicht stellt. Weil die Antwort klar ist. Wie in diesem Fall, der nur ein Beispiel von unzähligen Situationen auf unseren Straßen ist.

Am Ende geht es um uns alle. Solche Situationen sollen nicht eintreten. Wir müssen alles daran setzen, sie zu vermeiden. Egal ob auf dem Fahrrad, im Auto, auf dem Motorrad. Einen kleinen Beitrag kann auch die Kampagne "Rücksicht hat Vorfahrt" der Motor Presse Stuttgart (in der auch karl erscheint) leisten. Den größten Beitrag muss jeder Einzelne von uns beisteuern, indem wir uns alle an einen einfachen Leitsatz halten: Rücksicht hat Vorfahrt.

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