Schadenhilfe Getty Images / Jetta Productions Inc

So funktionieren Garantie und Gewährleistung

Erklärt: Garantie und Gewährleistung Schadenhilfe

Was tun, wenn dein erst vor kurzem gekauftes Fahrrad oder Zubehör einen Defekt oder Schaden hat? Gilt dann die Garantie, oder doch die Gewährleistung? Was musst du tun, damit der Schaden behoben wird, und wer ist überhaupt dein Ansprechpartner – der Hersteller, oder der Verkäufer? Wir erklären hier alles, was du bei einem Defekt oder Schaden tun musst.

Egal ob Fahrrad, Zubehör oder ein ganz anderes Produkt – generell gilt: Jeder Kunde hat das Recht, ein defektes Produkt innerhalb von zwei Jahren ab Kaufdatum reparieren zu lassen. Das ist die gesetzliche Gewährleistung. Wichtig ist hier zuerst mal: Der Verkäufer ist dein Vertrags- und damit der Ansprechpartner, nicht der Hersteller des Produkts. Bedeutet: Wenn du bei einem Fahrradhändler oder Onlineshop ein Produkt von Firma X kaufst, dass innerhalb der ersten 24 Monate nach dem Kauf einen Defekt hat, dann wendest du dich zur Klärung der Gewährleistung an den Händler, bei dem du das Produkt gekauft hast.

Der Verkäufer, also der Händler, bei dem du das Produkt gekauft hast, ist dein Ansprechpartner und muss grundsätzlich Abwicklung und Kosten, inklusive Nebenkosten, tragen. Übrigens gilt dieser Gewährleistungsanspruch auch für reduzierte Ware. Der Kassenzettel oder ein Kontoauszug, auf dem die Bezahlung ersichtlich ist, ist quasi der Kaufvertrag, ohne diesen hast du leider keine Chance, einen Gewährleistungsanspruch geltend zu machen. Die Originalverpackung der Produkts ist hingegen nicht erforderlich.

Was tun bei einem defekten Produkt?

Ist ein Produkt defekt, muss zuerst der Verkäufer nachweisen, dass der Schaden vom Käufer verursacht wurde – dies gilt für die ersten sechs Monate ab Kaufdatum, seit dem 1. Januar 2022 sogar für die ersten 12 Monate (§ 477 BGB). Kann der Verkäufer nicht beweisen, dass du den Schaden verursacht hast, geht der Gesetzgeber während dieser ersten sechs (beziehungsweise zwölf Monate) nach dem Kauf davon aus, dass der Fehler schon beim Kauf vorlag. Die Beweislast liegt also Anfangs beim Verkäufer. Nach diesen ersten sechs (beziehungsweise zwölf Monaten) dreht sich die Beweislast allerdings um und es wird schwieriger für den Kunden. Denn dann muss der Käufer beweisen, dass der Mangel schon beim Kauf vorlag.

Neben dieser gesetzlichen Gewährleistung gibt es die Herstellergarantie. Die ist freiwillig, und die Beweislast liegt hier immer beim Kunden. Die Garantiebedingungen können sich auch von Hersteller zu Hersteller stark unterscheiden, hier musst du also ins Kleingedruckte der allgemeinen Geschäftsbedingungen eintauchen um herauszufinden, ob und unter welchen Umständen ein Defekt von der Herstellergarantie abgedeckt ist.

Was muss ich bei der Abwicklung beachten?

Grundsätzlich ist ein defektes Produkt immer unerfreulich – für dich als Käufer, aber auch für den Verkäufer. Denn jetzt habt ihr beide Stress, auf den ihr gern verzichtet hättet. Bei der Abwicklung müsst ihr irgendwie miteinander klarkommen und euch am Ende einigen. Darum gilt: Sei freundlich, aber bestimmt und dir deiner Rechte, aber auch Pflichten bewusst. Vor allem wenn sich nach den ersten Monaten ab Kaufdatum die Beweislast umgekehrt hat, du also beweisen musst, dass der Schaden schon beim Kauf vorlag, bist du ein Stückweit vom Händler abhängig. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass du dem Händler guten Gewissens sagen kannst, dass das Produkt ordnungsgemäß verwendet hast. Besteht der Händler darauf, dass du den Mangel beweist, hilft oft nur ein Gutachten eines Sachverständigen. So ärgerlich das ist: Hier gilt es abzuwägen, ob dieser finanzielle Aufwand überhaupt im Verhältnis zum Wert des Produkts steht.

Wenn du merkst, dass der Händler eher nicht bereit ist, den Fall einvernehmlich zu klären oder dir einfach nicht glaubt, solltest du dir alle Absprachen schriftlich geben lassen. Das gilt insbesondere, wenn du ihm das defekte Teil übergibst oder wieder zurückbekommst – solche Übergaben solltest du immer dir quittieren lassen.

Hilfe bei allen Fragen zu Gewährleistung und Garantie

Die Verbraucherzentralen haben in diesem Umtausch-Check einen hilfreichen Online-Fragebogen, der dir für die meisten Fälle klare Tipps gibt, wie du dich verhalten solltest, inklusive einem Musterbrief-Generator und klaren Fristen, die du im jeweiligen Fall hast.

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