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Die interessantesten Konzepte für neue Radwege

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Überall in den Städten poppen Pop-Up-Radwege auf: Es sind gute Zeiten fürs Radfahren. Allerdings sind diese Lösungen meist nur temporär, ermöglicht durch Corona und den Fahrrad-Boom der letzten Jahre. Es wird höchste Zeit, sich über neue Möglichkeiten Gedanken zu machen, wie das Fahrrad in den Städten langfristig mehr Platz, mehr Wege bekommt. Doch auch da bewegt sich einiges. Wir zeigen die interessantesten Konzepte für neue Radwege.

Alle reden von mehr Radverkehr, na ja, zumindest fast alle. Die Politik wünscht ihn sich, wir Radfahrer schaffen Fakten. Es gibt unterschiedliche Zahlen über die Zunahme des Radverkehrs seit Beginn der Corona-Pandemie, das Bundesministerium für Verkehr und Infrastriktur nennt im aktuellsten Fahrrad-Monitor (aus dem Jahr 2021) 25 Prozent, die das Fahrrad mehr oder deutlich mehr nutzen. Die dringlichste Forderung der Radfahrer in dieser repräsentativen Umfrage: 57 Prozent wollen, dass mehr Radwege gebaut werden, 53 Prozent wünschen sich einen bessere Trennung der Radfahrenden vom motorisierten Verkehr, 43 Prozent wollen mehr Schutz- und Radstreifen.

Mehr und besser vom PKW-Verkehr abgetrennte Radwege, das klingt doch wunderbar. Allerdings merken derzeit sogar die Fahrrad-freundlichen Kommunen: So einfach ist das leider nicht nicht. Denn wir können uns keinen neuen Platz in den zugebauten Innenstädten zaubern. Oder doch? Das Schweizer Start-Up Urb-X hat jetzt ein neues Konzept präsentiert: Die Radwege sollen einfach ein Stockwerk höher gelegt werden. Es gibt in einigen wenigen Städten schon Radschnellwege, die über den Straßen verlaufen, zum Beispiel auf nicht mehr genutzten Trassen von Bahnen. In den Niederlanden oder Dänemark werden auch neue Trassen auf Pfeilern gebaut.

Nachhaltiger Hoch-Radweg

Das neue am Konzept von Urb-X: Die Schweizer haben ein modulares Konzept entwickelt, wie vorgefertigte Bauteile einfach aneinandergesteckt werden – ähnlich wie bei der Spielzeugeisenbahn. Vermutlich haben sich die Konstrukteure auch genau davon inspirieren lassen: Von der guten alten Brio-Spielzeugeisenbahn aus Holz. Denn auch bei Urb-X werden die einzelnen Bauteile aus heimischem Holz gefertigt. Das ist nachhaltiger und günstiger als massive Bauwerke aus Beton. Und um den neu gewonnenen Raum auch wirklich effektiv und nachhaltig zu nutzen, sind die Geländer der Radautobahn mit Solarpaneelen bestückt. Diese sorgen für die nötige Energie, um die integrierte Beleuchtung der Hochtrasse und die Bodenheizung zum Schutz vor Schnee und Eis zu betreiben.

Klingt interessant? Fand man auch in Basel: Dort sind die ersten 200 Meter als Teststrecke bereist geplant. Und Stuttgart zieht nach: Hier soll ein mindestens ein Kilometer langer Radschnellweg mit den Modulen von Urb-X gebaut werden. Warum? "Einfach um zu zeigen, dass es möglich ist", sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Urb-X

Solar-Radwege

Radwege mit Solar-Paneelen zu kombinieren ist übrigens keine neue Idee von Urb-X. Bereits seit 2014 gibt es in den Niederlanden mehrere Teststrecken, die auf dem Konzept der Firma Solaroad basieren. Hier besteht der gesamte Radweg aus Solarpaneelen. Diese werden in vorgefertigten Platten aneinandergereiht. Bedenken von Kritikern, dass die Solartechnik unter der Belastung leiden könnte, sind mittlerweile ausgeräumt: Denn auf zwei Streckenabschnitten sind seit dem Jahr 2019 nicht nur die Radwege, sondern vielbefahrene Straßen mit dieser Solar-Fahrbahn bestückt. Und der Wirkungsgrad der Solar-Paneele ist in der Praxis sogar höher als erhofft: Eine 90 Meter langer Radweg erzeugt 73 bis 93 Kilowattstunden Strom, genug, um 10 bis 12 Single-Haushalte zu versorgen. Erhofft hatten sich die Planer ursprünglich nur 50 bis 70 Kilowattstunden. Wir sehen also: Man muss manche Dinge einfach mal ausprobieren, um zu sehen, wie gut sie funktionieren.

Solaroad

Neue Ideen visualisieren

Visualisierte Beispiele, wie lebenswerte Städte mit mehr Radverkehr aussehen könnten, das will Shimano Europe zusammen mit dem visuellen Utopisten Jan Kamensky zeigen. Und zwar ganz plastisch, mithilfe von computergenerierten Videos. Im Rahmen des Future Cities Projekts gestaltete Kamensky die Karl-Marx-Allee in Berlin und den Marble Arch in London mithilfe von CGI-Videos neu: Bestehende Straßenelemente werden durch Fuß- und Radwege sowie Plätze zum Erholen und Verweilen ersetzt. Die Idee dahinter: Wenn wir etwas sehen, dann setzt sich dieses Bild in unseren Köpfen fest, wir halten es für machbar und realistischer als ein Konzept, das wir uns vor unserem geistigen Auge vorstellen müssen. Und die Möglichkeiten sind groß, das zeigen diese Beispiele neuer Radweg-Konzepte. Wir sind sehr gespannt, was daraus wird, und was für Ideen uns noch kommen werden.

Jack Mayocras
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