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Radfahren und Alkohol: Wie viel ist erlaubt?

Radfahren und Alkohol Das eine Bier zu viel

Alkoholisiert mit dem Rad fahren ist ein Tabu. Doch was ist eigentlich erlaubt? Und welche Promillegrenzen gelten? Wir klären auf.

Mal eben in den Biergarten radeln und dort das ein oder andere Blonde trinken. Was sich im ersten Moment nach einem perfekten Sonntag anhört, kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen – wenn man im Anschluss auch die Rückfahrt mit dem Velo antritt. Denn alkoholisiert mit dem Rad fahren ist ein Tabu. Erwiesenermaßen reichen schon kleinste Mengen an Alkohol aus, um die Fahrtüchtigkeit zu beeinträchtigen. Wie deutlich die Auswirkungen sind, zeigt der Einfluss von Alkohol auf die Reaktionsgeschwindigkeit, die sich bei 0,8 Promille bereits verdoppelt. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass Alkoholgenuss bei der Teilnahme am Straßenverkehr tunlichst vermieden werden sollte. Doch was ist eigentlich erlaubt? Welche Promillegrenze gilt für Radfahrer? Und welche Konsequenzen drohen bei Zuwiderhandlung? Genau das haben wir dir im Folgenden zusammengefasst. Eines vorab: Wir raten gänzlich davon ab, unter Alkoholeinfluss auf das Rad zu steigen. Schon ein Bier kann zu viel sein.

Fahrrad und Alkohol – das solltest du wissen

Wo liegt die Promillegrenze beim Fahrradfahren?

Beim Radfahren gibt es prinzipiell zwei Promillegrenzen. Eine Grenze liegt beim Wert von 0,3 Promille, eine weitere bei 1,6 Promille. Überschreitest du die erste Grenze, darfst du auch weiter mit dem Rad fahren, solange dein Verhalten im Straßenverkehr unauffällig ist. Überschreitest du die zweite Grenze, drohen ernsthafte Konsequenzen. Dies wird nämlich als Straftat gewertet.

Was passiert bei 0,3 Promille im Blut beim Radfahren?

Fest steht: Bereits ab 0,3 Promille können Geschwindigkeit und Entfernung falsch eingeschätzt werden. Überschreitest du diesen Wert, bist du "relativ fahrtüchtig". Das heißt, dass es bei einer Kontrolle auf deine Fahrweise ankommt. Bist du unauffällig, kannst du auch mit 0,3 Promille deine Fahrt fortsetzen. Fährst du allerdings Schlangenlinien oder verhältst dich anderweitig auffällig, kann dies unter Umständen als Strafanzeige gewertet werden.

Was passiert, wenn ich mit 1,6 Promille im Blut beim Radfahren erwischt werde?

Mit mehr als 1,6 Promille auf dem Fahrrad unterwegs sein, ist eine Straftat, die entsprechende Konsequenzen nach sich zieht. Neben drei Punkten wird in diesem Fall eine MPU angeordnet, außerdem kommt es zur Geldstrafe. Wenn du im Besitz eines Führerscheins bist, kann neben einer Freiheits- oder Geldstrafe auch ein Fahrverbot drohen.

Was passiert, wenn ich alkoholisiert mit einem E-Bike fahre?

Das kommt ganz darauf an, mit welchem E-Bike du unterwegs bist. Bei einem klassischen Pedelec mit einer Motorunterstützung von bis zu 25 km/h gelten die gleichen Regeln wie für Fahrräder ohne Antrieb. Bei schnellen S-Pedelecs wirst du jedoch behandelt wie ein motorisierter Verkehrsteilnehmer. Ab 0,5 Promille begehst du dann eine Ordnungs­widrigkeit. Hast du 1,1 Promille Alkohol im Blut, begehst du mit dem S-Pedelec eine Straftat.

Wie viele Punkte bekomme ich, wenn ich alkoholisert radfahre?

Punkte drohen, wenn du mit mehr als 1,6 Promille auf dem Rad erwischt wirst. Laut dem aktuellen Bußgeldkatalog gibt es für diesen Verstoß drei Punkte. Alkoholisiertes Radfahren kann damit im schlimmsten Fall mit dem Entzug des Führerscheins enden.

Radfahren und Alkohol – diese Promillegrenzen gelten

Grundsätzlich gibt es in Sachen Promillegrenze beim Radfahren verschiedene Stufen, die jeweils verschiedene Konsequenzen nach sich ziehen. Die erste Stufe liegt bei 0,3 Promille Alkohol im Blut. Die zweite Stufe liegt bei 1,6 Promille Alkohol im Blut. Überschreitest du erstere Stufe, dann giltst du als relativ fahruntüchtig. Das heißt, dass du ab diesem Wert bei einer Verkehrskontrolle Probleme bekommen kannst, wenn du in eine Verkehrskontrolle kommst. In diesem Fall darf dir die Polizei nämlich die Weiterfahrt nur dann verbieten, wenn du zuvor auffällig geworden bist. Das Prinzip ist hier: Verhältst du dich mit einem Pegel zwischen 0,3 Promille und 1,6 Promille normal, darfst du weiterfahren. Fährst du Schlangenlinien, brichst Verkehrsregeln etc. musst du mit einer Bestrafung rechnen.

Definitiv Probleme bekommst du, wenn du bei einer Kontrolle einen Wert von 1,6 Promille oder höher erreichst. Ab diesem Alkoholpegel giltst du nämlich als absolut fahruntüchtig. Das heißt, dass du an Ort und Stelle deine Fahrt beenden und zudem mit einer Bestrafung rechnen musst. Hast du zudem einen Führerschein, können neben einer Freiheits- oder Geldstrafe auch Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot mögliche Konsequenzen sein.

Zum Vergleich: Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, gibt es schon ab einem Wert von 0,5 Promille eine Strafe. Außerdem wird hier schon ab der Alkoholgrenze von 1,1 Promille von absoluter Fahruntüchtigkeit gesprochen, was dann entsprechend hart geahndet wird. Zur Übersicht der Strafen des aktuellen Bußgeldkatalogs haben wir dir folgende Übersicht erstellt:

Promillegrenzen beim Radfahren auf einen Blick

  • Mit mehr als 1,6 Promille auf dem Fahrrad: Anordnung zur MPU + Geldstrafe + 3 Punkte
  • Mit mehr als 0,3 Promille auffällig auf dem Fahrrad: Strafanzeige
  • Mit mehr als 0,3 Promille unauffällig auf dem Fahrrad: Keine Konsequenzen
  • Unter Drogeneinfluss auf dem Fahrrad: Anordnung zur MPU + Strafanzeige

Promillegrenzen bei E-Bikes und Pedelecs

Alkohol ist beim Fahren tabu – was beim normalen Fahrrad gilt, gilt auch beim Pedelec. Allerdings macht der Gesetzgeber hier einen Unterschied zwischen normalen Pedelecs mit einer Motorunterstützung von bis zu 25 Kilometern pro Stunde und schnellen S-Pedelecs mit einer Motorunterstützung von bis zu 45 Kilometern pro Stunde. Bei Ersteren gelten die gleichen Regeln wie bei normalen Fahrrädern. Fahrer schnellerer E-Bikes werden dagegen wie Pkw-Fahrer behandelt: Ab 0,5 Promille begehst du hier eine Ordnungswidrigkeit. Hast du 1,1 Promille oder mehr Alkohol im Blut gilt, das auch ohne Ausfallerscheinungen als Straftat.

Was passiert mit meinem Führerschein?

Wie bereits zuvor beschrieben, können die Folgen für Führerscheinbesitzer noch wesentlich drastischer werden. Schließlich gibt es für harte Verstöße nicht nur Freiheits- oder Geldstrafen, sondern auch Punkte in Flensburg. Damit droht bei einem Verstoß auf dem Fahrrad auch der Verlust der Fahrerlaubnis. So können die Behörden unter anderem ein medizinisch-psychologisches Gutachten verlangen, schließlich kann ein stark alkoholisierter (Rad-)Fahrer ungeeignet zur Führung eines Fahrzeugs sein.

Fazit

Egal, ob ein Bier oder mehrere – alkoholisiert mit dem Rad fahren lohnt sich nie. Und dabei geht es nicht nur um die Strafen, sondern auch um die reduzierte Sicherheit. Schließlich kann bereits ein Blondes beim sonntäglichen Ausflug in den Biergarten nachweislich die Fahrtüchtigkeit mindern.

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