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Radschnellwege und Co. – was ist das eigentlich?

Radschnellwege, Fahrrad-Highways und Co. Autobahnen für Radfahrer

Schneller mit dem Rad von A nach B kommen. Hier erfährst du, wie sich Radschnellwege von klassischen Radwegen unterscheiden.

Auf den ersten Blick ist "RS1" nur eine unscheinbare Abkürzung. Bei genauerem Hinsehen verbirgt sich hinter dem Kürzel aber ein Baustein der Mobilität von morgen. "RS1" steht nämlich für "Radschnellweg Ruhr 1" – der Erste seiner Art in ganz Deutschland. Seit Anfang 2016 befindet sich der Fahrrad-Highway in Bau, bei seiner Fertigstellung in den nächsten Jahren soll der Radschnellweg eine Strecke von insgesamt 115 Kilometern zwischen den Ortschaften Moers und Hamm verbinden. Knapp 200 Millionen Euro sollen am Ende in das Projekt fließen – eine Investition, die den Verkehr in der Region schrittweise von der verstopften Autobahn A40 im Ruhrgebiet auf das Fahrrad lenken soll. Bis zu 50.000 Autos soll der Radweg am Ende pro Tag von der Straße holen – so eine vom Land Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie.

Wie sind Radschnellwege und Fahrrad-Highways definiert?

Prinzipiell handelt es sich bei Radschnellwegen oder Fahrrad-Highways um Premium-Radwege. Eine offizielle Definition im Sinne der Straßenverkehrsordnung oder den derzeit gültigen deutschen Regelwerken zum Straßenbau gibt es für Radschnellwege zwar noch nicht, dennoch gibt es Richtlinien. Laut der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) sollten Radschnellverbindungen beispielsweise mindestens fünf Kilometer lang sein und, angelehnt an die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (kurz ERA) aus dem Jahr 2010, durchschnittliche Reisegeschwindigkeiten von mindestens 20 Kilometern pro Stunde erlauben. Radschnellwegen, die in zwei Richtungen verlaufen, sollten im Idealfall so breit sein, dass zwei Fahrräder nebeneinander fahren können. Auch soll ein drittes Fahrrad ohne Probleme überholt werden können und Gegenverkehr möglich sein. Eine klassische Größe ist dabei eine Breite von vier Meter Radweg, die um zwei Meter Fußweg ergänzt werden. Schlaglöcher sind dabei genauso tabu wie steile Anstiege oder Behinderungen durch den Autoverkehr.

Wie können Radschnellwege aussehen?

Um diese Vorgaben umzusetzen, stehen den Straßenbauern verschiedenste Maßnahmen zur Verfügung. Neben dem selbstständigen Radweg (Radwege, die für sich allein stehen, beispielsweise im Wald oder neben Bahnschienen) ist der fahrbahnbegleitende Radweg wohl die bekannteste Option. Hierbei handelt es sich um den klassischen Radfahrstreifen neben einer Autostraße. Hinzu kommen Fahrradstraßen, also ehemalige Autostraßen, die nun fast ausschließlich vom Radverkehr genutzt werden bzw. auf denen der Radverkehr priorisiert wird. Bei der Führung eines Radschnellweges sollen Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern in jedem Fall vermieden werden.

Wie viel kosten Radschnellwege?

Diese Planungs- und Baumaßnahmen haben ihren Preis. In den Niederlanden, wo Radschnellwege deutlich verbreiteter sind als hierzulande, werden beispielsweise bis zu zwei Millionen Euro pro Kilometer Radschnellweg eingeplant. Die Beschilderung und die Beleuchtung sind hierbei bereits inbegriffen. In Deutschland soll die Schaffung von Radschnellwegen dagegen weniger kosten, da man auf bereits bestehende Trassen zurückgreifen will. Eine Sparmaßnahme wäre beispielsweise die Umwandlung einer Autostraße in eine Fahrradstraße.

Welche Radschnellwege gibt es in Deutschland bereits?

Auf dem Internetportal Wikipedia gibt es eine Liste der aktuellen Radschnellwege in Deutschland, die ständig aktualisiert wird. Hier zeigt sich, dass Deutschland noch ganz am Anfang steht, wenn es um das Thema Fahrrad-Highways geht. Auch der Radschnellweg Ruhr ist in der Liste verzeichnet – der Radschnellweg, der unter der Abkürzung "RS1" vor sechs Jahren den Trend Radschnellwege in Deutschland in Bewegung setzt.

Fazit

  • Radschnellwege oder Fahrrad-Highways sind Premium-Radwege.
  • Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit soll mindestens 20 Kilometern pro Stunde betragen können.
  • Die Breite sollte im Idealfall so gewählt sein, dass zwei Fahrräder nebeneinander fahren und ohne Störung durch ein drittes Fahrrad überholt werden kann bzw. Gegenverkehr möglich ist.
  • Eine klassische Größe ist eine Breite von vier Meter Radweg, die um zwei Meter Fußweg ergänzt werden.
  • Bei der Führung eines Radschnellweges sollen Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern in jedem Fall vermieden werden.
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