Frosty Bicycle Saddle During Winter Getty Images/ Stefan Holm / EyeEm

Radfahren im Winter: 7 Tipps für die kalten Monate

Aquaplaning, Eis und Kälte Radfahren im Winter: 7 Tipps für die kalten Monate

Von der Radpflege bis zur Bekleidung – Radfahren im Winter ist besonders herausfordernd. Mit diesen Tipps überstehst du auch die kältesten Tage im Sattel.

Der Winter ist da. Zeit also, das Fahrrad in den Keller zu stellen – von wegen! Denn auch wenn eisige Temperaturen, nasskalte Witterungsbedingungen und glatte Straßen auf den ersten Blick alles andere als einladend sind, so kann das Fahrrad auch im Winter eine sehr gute Mobilitätsalternative sein. Und das gleich aus mehreren Gründen: Radfahren im Winter bringt nämlich nicht nur die Umwelt, sondern bringt auch die Muskeln und den Kreislauf in Schwung. Und ganz nebenbei stärken regelmäßige Radfahrten an der frischen Luft auch das Immunsystem. Wer sich also vom winterlichen Wetter nicht abschrecken lässt, ist fitter und weniger anfällig für Erkältungen.

Es kommt allerdings nicht von ungefähr, dass im Winter weniger Menschen Rad fahren als im Sommer. Die anspruchsvolle Witterung, der frühere Einbruch der Dunkelheit und die gefährlicheren Straßenbedingungen sind allesamt Ursachen, warum viele Radfahrerinnen und Radfahrer in der kalten Jahreszeit lieber auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Mit den folgenden sieben Tipps wollen wir dir deshalb die Sache vereinfachen – damit du in Zukunft dein Fahrrad in den dunklen Monaten nicht mehr in den Keller stellen musst.

1. Fahrradpflege – Im Winter noch öfter als im Sommer

Nasskaltes Wetter, dazu noch Streusalz auf den Straßen – der Winter ist nicht nur hart zu uns Menschen, sondern auch zu unseren Fahrrädern. Die regelmäßige Fahrradpflege ist deshalb unerlässlich, wenn du dein Rad gut durch den Winter bringen und rostige Ketten und schneller verschleißende Komponenten vermeiden willst. Zu Beginn der kalten Jahreszeit solltest du deshalb zunächst einmal alle Befestigungspunkte an deinem Bike überprüfen – insbesondere Schrauben und Muttern. Gerade in feuchter Umgebung können sie schneller lockern oder ganz ausreißen.

Achte außerdem darauf, dass deine Bremsbeläge nicht zu stark abgenutzt sind, und erneuere gegebenenfalls die Bremsscheiben oder -beläge. Auch der Reifendruck sollte regelmäßig überprüft werden. Auch deine Kette solltest du regelmäßig schmieren. So beugst du Rost und Verschleiß vor – speziell das Salz auf den Straßen greift die Antriebsteile sehr aggressiv an.

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2. Winterreifen – Fahrradreifen-Kunde für den Winter

Wie beim Auto gibt es auch beim Fahrrad Reifen, die besonders gut auf die winterlichen Straßenverhältnisse abgestimmt sind. Winterreifen für das Fahrrad besitzen meist eine gröbere und tiefer profilierte Lauffläche, die nicht nur besseren Grip bietet, sondern auch Schmutz und Streusalz besser ableitet. Das Profil der Reifen ist allerdings nicht der einzige Unterschied: Winterreifen sind zudem weicher als Sommer- oder Allwetterreifen und haften so auch bei tiefen Temperaturen.

Bei besonders eisigen Flächen gibt es zudem Fahrradreifen mit Spikes. Diese verfügen über kleine Metallstifte, die die für besseren Grip auf Schnee und Eis sorgen. Allerdings sorgen diese Reifen auch für mehr Rollwiderstand, weshalb du sie wirklich nur bei entsprechenden Bedingungen einsetzen solltest.

Ein weiterer Punkt in Sachen Winter-Fahrradreifen ist der Luftdruck. Gerade wenn die Straßen rutschig sind, kannst du durch eine größere Auflagefläche der Reifen den Grip erhöhen. Reduziere daher in den kalten Monaten ruhig den Luftdruck bis auf das vom Hersteller angegebene Minimum. Möglicherweise rollst du dadurch etwas langsamer – aber eben auch sicherer.

3. Ausrüstung – Richtig ausgestattet durch den Winter

Ein winterfestes Fahrrad benötigt nicht nur Pflege und Wartung, sondern auch die richtige Ausstattung. Essenziell sind beispielsweise Schutzbleche, damit du und deine Kleidung vor aufspritzendem Dreck geschützt sind. Wenn du ein E-Bike mit externem Akku besitzt, kann auch eine Schutzhülle für den E-Bike-Akku sinnvoll sein. Durch die Schutzhülle wird verhindert, dass Schmutz und Nässe in den Akku gelangen.

4. Beleuchtung – Sehen und gesehen werden

Der wichtigste Punkt in Sachen Fahrrad-Ausrüstung im Winter ist allerdings die Beleuchtung. Auch ein gutes Licht ist unabdingbar, insbesondere für Radfahrerinnen und Radfahrer, die auch im Winter viel in der Dämmerung oder gar bei Dunkelheit unterwegs sind. Neben einem starken Scheinwerfer solltest du außerdem über ein Rücklicht sowie Reflektoren an Laufrädern und Pedalen verfügen. So bist du auch von hinten gut sichtbar.

Wenn du einen sehr starken Scheinwerfer besitzt, sollte dieser im Übrigen so eingestellt sein, dass du den Gegenverkehr nicht blendest und damit behinderst. Eine Faustregel ist, dass sich der hellste Punkt des Lichtkegels etwa zehn Meter vor dem Fahrrad befindet.

5. Bekleidung – Es gibt kein falsches Wetter

Der Spruch "Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur falsche Bekleidung" ist bekannt. Selbstverständlich hat er auch beim Radfahren Gültigkeit. Denn mit der richtigen Bekleidung ist auch das Radeln bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kein Problem. Der beste Tipp ist dabei sicherlich das Zwiebelprinzip. Warme Unterwäsche, ein Midlayer, eine wärmende Daunenschicht und eine Hardshell-Jacke respektive Regenhose außen schützen dich auch bei den widrigsten Bedingungen. Und falls es doch zu warm wird, ziehst du einfach eine Schicht aus.

Zur richtigen Fahrradbekleidung für den Winter gehören auch eine Unterziehmütze für den Helm, warme Bike-Handschuhe sowie gegebenenfalls Neopren-Überschuhe. Letztere schützen dich und deine Schuhe vor aufspritzendem, kaltem Wasser und halten deine Füße auch bei längeren Fahrten warm.

Neben der Funktionalität ist bei Fahrrad-Winterbekleidung aber auch die Auffälligkeit ein wichtiger Punkt. Achte darauf, möglichst grelle und reflektierende Farben zu tragen – so wirst du auch bei widrigen Sichtverhältnissen, in der Dämmerung oder in der Nacht besser gesehen. Die richtige Fahrradbekleidung für den Winter kann damit auch die Sicherheit erhöhen.

Löffler/Lorenz Masser

6. Vorsicht beim Fahren – Vorsicht ist das A und O

Wenn du dich und dein Fahrrad richtig ausgerüstet hast, ist es an der Zeit, sich den winterlichen Bedingungen auf den Straßen zu stellen. Egal, ob Schnee, Aquaplaning oder Glatteis – Radfahren im Winter birgt immer ein gewisses Risiko. Deshalb solltest du im Winter besonders vorsichtig radeln. Dazu gehört unter anderem, auf die Geschwindigkeit (vor allem in den Kurven) zu achten. Außerdem solltest du auch beim Bremsen vorsichtiger zu Werke gehen als im Sommer.

7. Die Fahrbahn beachten – Im Winter essenziell

Zum vorsichtigen Fahren gehört auch, die Fahrbahn immer im Blick zu haben. Denn im Winter können Eis und Schnee den besten Radweg zum Albtraum machen. Achte daher unbedingt auf die jeweiligen Wetter- und Straßenbedingungen. Fahre bei Schneefall nur, wenn sich keine Schneemassen angesammelt haben. Auch bei Schnee, der bereits geschmolzen und dann erneut gefroren ist (Glatteis), solltest du vorsichtig fahren oder sogar lieber die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Sehr gefährlich sind auch von Laub bedeckte Wege: Unter dem Lauf kann nämlich Glatteis versteckt sein – dann droht gleich doppelte Rutschgefahr.

Fazit

Du siehst: Mit den richtigen Tipps kannst du also auch kaltem Wetter, Nässe und glatten Straßen ein Schnippchen schlagen. Natürlich muss man es nicht immer direkt übertreiben. Manchmal schadet es aber bestimmt nicht, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich den winterlichen Bedingungen zu stellen. Das Fahrrad in den Keller zu stellen, nur weil es Winter ist – das muss jedenfalls nicht sein.

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